Fasziniert noch immer: Danse Macabre

Ein Gemeinschaftsprojekt widmet sich dem Thema „Danse Macabre – Totentanz“.

„Die Gräber öffnen sich und geben ihre Toten frei.“ Mit diesen Worten umschreibt die berühmte Protagonistin des modernen Ausdruckstanzes Mary Wigman das Thema ihres Tanzstücks „Totentanz“ aus dem Jahr 1926. Sie knüpft damit an die Tradition volkstümlicher Erzählungen von tanzenden Toten an, die als unerlöste Wiedergänger auf den Friedhöfen zu nächtlicher Stunde ihre grotesken Tänze aufführen. Bis heute ist das Bild des tanzenden Todes mit seiner bis in das Mittelalter zurückreichenden Tradition von ungebrochener Faszination. Mary Wigmans berühmter „Totentanz“ ist Anlass eines Kooperationsprojekts zwischen vier Osnabrücker Kulturinstitutionen. Während die Choreografien des Totentanzes von Mary Wigman im Osnabrücker Theater erneut auf die Bühne gebracht werden, widmen sich die Ausstellungshäuser Felix-Nussbaum-Haus, Kunsthalle (siehe links) und Diözesanmuseum jeweils spezifischen Aspekten des Themas Tanz und Tod.

Tanzabend Danse Macabre

Nach der erfolgreichen Rekonstruktion von Mary Wigmans „Le Sacre du Printemps“ 2013 bringt die Dance Company Theater Osnabrück erneut zwei Choreografien der wegweisenden Vertreterin des modernen Tanzes zur Aufführung: Wigmans Totentänze aus den Jahren 1921 und 1926. Sie werden ergänzt um „Supernova“ von Marco Goecke und Strawinskys Sacre-Version für zwei Klaviere von Mauro de Candia.
> 11.2.2017 (Premiere), Theater Osnabrück

Tanz und Tod in der Kunst des frühen 20. Jahrhunderts

Ernst-Ludwig Kirchners Gemälde „Totentanz der Mary Wigman“ entstand während der Proben Wigmans zu ihrem Totentanz 1926. Das Gemälde steht zusammen mit Felix Nussbaums epochalem Werk „Triumph des Todes (Die Gerippe spielen zum Tanz)“ (1944) im Zentrum einer facettenreichen Ausstellung, die die bewegte Ära zwischen den Weltkriegen wieder aufleben lässt.
> 12.2.-25.6.2017, Felix-Nussbaum-Haus

Der Totentanz – gestern und heute

Der Totentanz aus historischer Perspektive: Seine Entwicklung wird von der Entstehung im Mittelalter bis in die frühe Neuzeit nachgezeichnet und zugleich mit dem Blick auf zeitgenössische Darstellungen des Todes ein Bezug zur Gegenwart hergestellt.
> Frühjahr 2017, Diözesanmuseum

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